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Fortbildungen für Hebammen in Niedersachsen

Hebammenverband Niedersachsen e. V.   /   Hebammenbildung.de   /   NLF 19-II-6

Mütterliche Probleme - psychisch kranke Mütter begleiten

Wochenbett zwischen Krisenzeit und Notfall

  • Auffrischung und Vertiefung von psychologischem Grundlagenwissen zu peripartalen psychischen Erkrankungen
  • Akut  psychisch erkrankte Mütter erkennen, einschätzen  und handeln
  • Entwicklung eines Notfallmanagements für den Umgang mit psychisch erkrankten Müttern und ihren Kindern.
  • Förderung  der Sicherheit für Mutter und Kind

Evidenzbasierung / Relevanz  des Themas:

Peripartale psychische Erkrankungen betreffen Mütter in allen Bevölkerungsschichten, sind nach wie vor ein großes Tabu Thema und bleiben daher oft unerkannt und unbehandelt. Mit einer Prävalenz von 18,4% in der Schwangerschaft und 19,2 % im ersten Jahr postpartum sind Depressionen die häufigste Erkrankung in der Peripartalzeit. Auslöser oder verstärkende Faktoren für die Entwicklungen einer schweren Depression  können jedoch ebenso unerkannte  Angst-, oder posttraumatische Belastungsstörungen, sowie  Persönlichkeitsstörungen sein.

Eine peripartale depressive Erkrankung kann sehr effektiv  psychotherapeutisch und medikamentös  behandelt werden. Allerdings werden praktisch nur  20 % der betroffenen Frauen entsprechend begleitet. Die Angst der Frauen vor Stigmatisierung, die  unzureichende Nutzung von Screeningmaßnahmen durch  Gynäkologen und Hebammen und der Mangel an ambulanter und stationärer Angebote erhöhen das Leiden und die Risiken der  Mütter und ihrer Kinder erheblich. Insbesondere, da die Gefahr für  Suizid und erweiterten Suizid (Infantizid ) im ersten Lebensjahr des Kindes am höchsten ist. In der aufsuchenden Betreuung sind Hebammen deshalb besonders gefordert, frühe Hinweise rechtzeitig zu erkennen, einzuschätzen und die betroffenen Mütter rechtzeitig zu den entsprechenden Fachhilfen zu lotsen.

Inhalte

Erster Tag

  • Relevantes psychologisches Grundlagenwissen zu  häufigen psychischen Störungen: peripartale Depression / Psychosen, Angst,- und Zwangsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen, Persönlichkeitsstörungen am Beispiel Borderline-Persönlichkeit
  • Besprechung von Fallvignetten für mehr Trennschärfe in der Praxis
  • Empfehlungen zum Einsatz von Screeningbögen
  • Kenntnis regionaler Hilfsangebote, Aufbau von Netzwerken
  • Handlungsempfehlungen und Notfallmanagement in akuten Krisenzeiten und bei Verdacht auf Suizid ,- und Infantizidgefahr

Zweiter Tag: Wissen vertiefen und praktische Übungen

  • Präventionsmaßnahmen und Förderung der mütterlichen Selbsthilfe durch Hebammen
  • Auswirkungen und Risiken für Mutter und Kind erkennen und einschätzen
  • Gefährdung erkennen und einschätzen u.a. praktischer Einsatz von Screeningbögen
  • Gesprächsführung in Krisenzeiten und akuten Notfällen
  • Vertiefen der Störungsbilder durch Bearbeitung von Fallbeispielen als Gruppenarbeiten und / oder Rollenspielen

 

Anmeldung

  • 105 Euro für niedersächsische Hebammen und WeHen
  • 180 Euro für andere Länder & Berufe

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